Kann man mit einem Sport-BH schwimmen gehen? Vor- und Nachteile im Check

Eignet sich ein Sport-BH zum Schwimmen? Erfahren Sie, warum Chlor das Material zerstört, welche Nachteile es gibt und welche Alternativen besser sind.

Ein spontaner Ausflug an den See oder ein schnelles Workout mit anschließendem Sprung in den Pool – manchmal ist das Bikinioberteil nicht zur Hand. Da stellt sich schnell die Frage: Kann man einen Sport-BH eigentlich auch zum Schwimmen verwenden?

Die kurze Antwort lautet: Für einen einmaligen Notfall ist es möglich, aber generell raten wir dringend davon ab.

Besonders wenn Sie in hochwertige oder sogar maßgeschneiderte Sport-BHs investiert haben, die perfekt auf Ihren Körperbau und Ihr Training abgestimmt sind, sollten Sie diese nicht im Wasser tragen. Herkömmliche Sport-Bustiers sind schlichtweg nicht für die Belastungen durch Chlor- oder Salzwasser entwickelt. In diesem Artikel erklären wir die genauen Gründe und zeigen praktische Alternativen auf.

Warum Sport-BHs und Schwimmwasser nicht zusammenpassen

Um zu verstehen, warum Sport-BHs im Pool an ihre Grenzen stoßen, muss man sich die verwendeten Materialien ansehen. Ein klassischer Sport-BH besteht aus schweißableitenden Stoffen wie Nylon, Polyester und einem hohen Anteil an Elasthan (Spandex). Diese Fasern sind darauf ausgelegt, kleine Mengen Feuchtigkeit (Schweiß) von der Haut wegzutransportieren.

Wenn diese Materialien jedoch komplett in Wasser getaucht werden, verhalten sie sich wie ein Schwamm. Sie saugen sich voll, werden schwer und verlieren ihre stützende Funktion. Zudem fehlt herkömmlichen Sport-BHs die chemische Resistenz, die echte Bademode auszeichnet.

Vor- und Nachteile im Überblick

Falls Sie dennoch überlegen, Ihren Sport-BH zweckzuentfremden, hilft ein Blick auf die konkreten Vor- und Nachteile:

Kriterium Vorteile (Pros) Nachteile (Cons)
Halt & Stabilität Bietet (im trockenen Zustand) deutlich mehr Halt und Kompression als ein normales Bikinioberteil. Verliert im nassen Zustand an Stabilität; das vollgesogene Material zieht den Stoff nach unten.
Material Blickdicht und oft komfortabler geschnitten für sportliche Bewegungen. Extrem schlechte Chlorresistenz. Das Chlor frisst sich in das Elasthan und zerstört die Elastizität dauerhaft.
Trocknungszeit - Trocknet sehr langsam. Ein nasser, dicker Sport-BH auf der Haut kühlt den Körper aus und kann Scheuerstellen verursachen.
Schutz Bietet meist mehr Stoffabdeckung am Dekolleté. Verfügt in der Regel nicht über den speziellen UV-Schutz, der in moderne Bademode integriert ist.

Das Hauptproblem: Chlor zerstört die Elastizität

Der größte Feind Ihres Sport-BHs ist das Chlor im Schwimmbad. Chlorierte Becken sind chemisch aggressiv. Während spezielle Bademode oft aus PBT (Polybutylenterephthalat) oder speziell behandeltem Elasthan besteht, das diesen Chemikalien standhält, zersetzt Chlor die Standard-Elasthanfasern von Sportunterwäsche sehr schnell.

Das Resultat: Der BH leiert aus, der Stoff wird dünner, verliert seine Rücksprungkraft und die Farben verblassen. Was vorher ein stützendes Kleidungsstück war, bietet nach wenigen Schwimmbadbesuchen keinen ausreichenden Halt mehr für das nächste Lauf- oder Krafttraining.

Sinnvolle Alternativen für aktive Schwimmerinnen

Wer beim Schwimmen oder bei Wassersportarten wie Surfen und Stand-Up-Paddling nicht auf starken Halt verzichten möchte, muss nicht zum klassischen Sport-BH greifen. Es gibt weitaus bessere Lösungen, die Funktion und Wasserbeständigkeit vereinen:

  • Sport-Bikinis (Swim Bras): Viele Sportmarken bieten mittlerweile Bikinioberteile an, die im Racerback-Design (Ringerrücken) geschnitten sind. Sie sehen aus wie Sport-BHs, bestehen aber aus chlor- und salzwasserresistenten Materialien.
  • Triathlon-Tops: Diese Oberteile sind explizit für den nahtlosen Übergang vom Wasser aufs Fahrrad konzipiert. Sie trocknen extrem schnell, bieten starken Halt und sind absolut chlorresistent.
  • Rashguards in Kombination mit Schwimm-Bustiers: Wer mehr Abdeckung oder UV-Schutz sucht, ist mit einem eng anliegenden Schwimmshirt (Rashguard) über einem sportlichen Bikini-Top bestens beraten.

Fazit: Behalten Sie Ihren Sport-BH an Land

Ein Sport-BH mag im Notfall als Ersatz für ein Bikinioberteil herhalten, ist aber als dauerhafte Lösung ungeeignet. Er saugt sich unangenehm mit Wasser voll, trocknet extrem langsam und nimmt durch Chlor oder Salzwasser irreparablen Schaden.

Besonders hochwertige oder maßgeschneiderte Sport-BHs sind Investitionen in Ihre Gesundheit und Ihren Trainingskomfort. Schützen Sie diese, indem Sie sie ausschließlich für das Training an Land nutzen. Für das Schwimmbecken greifen Sie besser zu spezieller Sport-Bademode – so haben Sie langfristig Freude an beiden Kleidungsstücken.

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen